Im Herbst 1867 schrieb mir Bischof Bedell, dass er die Kleriker unserer Kirche für eine “Deutsche Mission” interessieren wolle. Zu diesem Zweck hat er mir ein Einführungsschreiben gegeben. Pfarrer J. Brooks, ein Bruder des späteren Bischofs F. Brooks, inzwischen verstorben, Rektor der St. Paul es Church, stimmte dem Plan zu und übernahm die gesamtverantwortliche Verantwortung. Daraufhin begann ich in der ersten Woche des 1868 die deutsch-englische Mission von St. Paul`s. Ein Dreivierteljahr lang hielt ich Gottesdienste in einem Saal der ehemaligen Strumpffabrik an der Ecke Broadway und Cross Street, wo ich morgens deutsche und abends englische Gottesdienste predigte, die beide sehr gut besucht waren. Unter der Woche wurde derselbe Ort für eine deutsch-englische Schule genutzt, die bald 50 und später 100 Schüler hatte. Die Sechste Reformierte Kirche unter Pastor Lohmann genießt in den neun Schwestergemeinden der Stadt allgemeinen Respekt.

1877 wurde Bernh. Sturm, Ältester der Zweiten Kongregation, half der jungen Mission. Nach einer gewissen Zeit wurde Pastor O. Accola zum Prediger gewählt. Als er schwankte, kam am selben Tag ein “freier” Prediger herein. Pastor Schade von Bucyrus wurde mit der Bitte um eine Gastpredigt telegrafiert, und er predigte einer Person in einem Saal. Das Volk war unglücklich darüber, dass der Kirchenrat jemanden an die Kanzel zugelassen hatte, der kein Pfarrer in der reformierten Synode war. Bald darauf wurde Pastor Schade offiziell berufen und beeilte sich, sich zu bewegen. Aber die Unzufriedenen waren nicht zurückzugewinnen. Sie zogen es vor, lutherisch zu bleiben. Er begann von neuem mit der Arbeit und bald verbesserte sich die Zahl durch Neuankömmlinge aus der alten Heimat, aus Mecklenburg und Schwerin. Der einstimmige Aufruf kam an Schade aus Baltimore.

Die Stelle wurde durch die Wahl von Pastor Fuenfstueck besetzt. Elf Jahre lang leitete er die Gemeinde. Die ersten deutschen Lutheraner von Cleveland schlossen sich der Gemeinde des Kleinen Bootes Jesu an. Da diese Gemeinde nicht den lutherischen Glauben bekennt, beschlossen sie, zu entrünnen, sobald sie sich stark genug fühlten. Im April 1843 gründeten sie die Zion Evangelisch-Lutherische Kirche. Die junge Gemeinde hatte 45 Kommunikatoren. Der erste Pfarrer war David Schuh, der ein Jahr lang im Einsatz war. Gottesdienste fanden in der dritten Etage des alten Miller Blocks statt. Dieses Gebäude befindet sich noch immer auf der Nordseite der Superior Street, zwischen Seneca und Bank Street. Pastor Schuh predigte alle 14 Tage, und am Sonntag zwischen dem Gottesdienst hielt L. Richter.

Pastor Schuh trat 1844 zurück und Pastor August Schmidt wurde Anfang 1845 berufen. Er bekleidete das Amt bis 1851. Der Saal an der Superior Street war zu klein und die Gemeinde kaufte viel an der Ecke Hamilton Street und Division Alley, auf dem sie eine Kirche und ein Pfarrhaus bauten. Die Weihe fand am 20. Januar 1848 statt. Zuerst diente der Narthex der Kirche als Schule, später wurde eine Schule gebaut. Pastor Schmidt trat zurück und wurde durch Dr. H.C. Schwan ersetzt, der sein Amt 1851 antrat. 1856 wurde die Kirche an die Ecke Erie- und Bolivar-Straße verlegt.

Da die Kirche zu klein war, baute die Gemeinde 1866 die heutige große Kirche auf Erie und Bolivar. Herr J. Melcher, 848 Prospect Street, war bereits Vorsitzender der Gemeinde, eine Position, die er von 1856 bis heute innehatte. Hinter der Kirche an der Bolivar Straße wurde ein großes Schulgebäude errichtet. Auf dem Höhepunkt des deutschen Lebens in Cleveland gab es 400 verschiedene Organisationen – Kirchen, Gesangsgruppen, Turnvereine und Heimatvereine. Heute gehen die besten Schätzungen von etwa 75.000 im Ausland geborenen Deutschen und deren in zweiter Generation geborenen, in den USA geborenen Kindern (aber nicht Enkelkindern) in Cleveland aus. 1950 haben die Deutschen drei Veröffentlichungen, eine tägliche und zwei Monate; sieben Säle, acht katholische und 22 evangelische Kirchen; 20 brüderliche Leistungslogen; 24 kulturelle Gruppen; 14 Soziale Clubs und vier Radioprogramme.

ludovic
Im Herbst 1867 schrieb mir Bischof Bedell, dass er die Kleriker unserer Kirche für eine 'Deutsche Mission' interessieren wolle. Zu diesem Zweck hat er mir ein Einführungsschreiben gegeben. Pfarrer J. Brooks, ein Bruder des späteren Bischofs F. Brooks, inzwischen verstorben, Rektor der St. Paul es Church, stimmte dem Plan...